Wer trotz 3 Litern Wasser am Tag, den Gurkenscheiben auf den Augen und einer dicken Schicht Creme das Gefühl hat, er bekommt keinerlei Linderung für das Spannen und Jucken im Gesicht, hat trockene Haut. Meist wird dieser Zustand im Winter durch Klimaanlagen, Heizungsluft, kalkhaltiges oder zu heißes Wasser noch verschlimmert. Zusätzlich produziert unsere Haut im Winter generell weniger Fett. Wenn das doch nur für die Fettzellen an Hüfte und Bauch gelten würde… Wie bei allen anderen Hauttypen ist die trockene Haut genetisch vorbestimmt. Oft haben Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend an Ekzemen und Schuppenflechten litten, im Erwachsenenalter normale oder eben trockene Haut.

Dafür sind Unreinheiten nur in sehr seltenen Fällen ein Problem.
Wenn ihr meinen Beitrag zum Thema Normale Haut noch nicht gelesen habt, solltet ihr das schleunigst nachholen. Ich umreiße darin grob die Funktionsweise der Haut und erläutere den Säureschutzmantel. Bei trockener Haut ist keiner oder nur ein sehr dünner Ölfilm auf der Hautoberfläche vorhanden, so dass Feuchtigkeit – wenn überhaupt vorhanden – ungehindert verdunsten kann und die Haut somit trocken, schuppig und matt macht. Die Haut ist ohne ihre Schutzschicht unheimlich anfällig für mikroskopisch kleine Risse und kann beim Kontakt mit Reinigungs- oder Pflegeprodukten brennen und schmerzen. Leider sind wir als Frauen mit einem recht hohen Östrogenspiegel äußerst anfällig für diesen Hauttyp. Wie ich schon in meinem Artikel zum Thema Ölige Haut sagte: Weibliche Hormone mindern den Fettgehalt der Haut, männliche erhöhen ihn.

Was also tun? Trockene Haut reinige ich am liebsten mit einem Ölbalsam oder einer Milch. Sie schonen den Säuremantel der Haut und entfernen auch wasserfestes Make-up ohne Schrubben. Ein mildes, alkoholfreies Gesichtswasser ist Pflicht, um Make-up-Reste zu eliminieren und den pH-Wert der Haut wieder herzustellen. Bei der Pflege gilt “Feuchtigkeit vor Fett”. Also erst ein Serum oder eine Lotion auf die noch feuchte Haut auftragen, dann eine reichhaltige Creme darüber. So holst Du mehr Leistung aus deinen Produkten heraus und sie halten länger. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Seren für besonders trockene Augenpartien. Je nach Hautzustand sollte zwischen ein- und dreimal wöchentlich mit Säuren gepeelt werden, um trockene Hautschuppen zu entfernen. So können Maske, Serum und Creme da wirken, wo sie gebraucht werden, anstatt von toten Hornzellen aufgesaugt zu werden. Und keine meiner Pflege-Predigten ist komplett ohne einen obligatorischen Hinweis auf die Dringlichkeit von Sonnenschutz zu jeder Jahreszeit!

Mit dem Mythos der Gurkenscheiben möchte ich an dieser Stelle gerne noch aufräumen. Das grüne Gemüse besteht zwar zu 90% aus Wasser, spendet aber weder eine signifikante Menge Feuchtigkeit noch glättet es die Augenpartie. Bei Schwellungen ist es zumindest harmlos, gekühlte Kamille-Teebeutel helfen trotzdem besser.

// Euer LEZAY Team